Advent

Das aus dem Lateinischen stammende Wort „Advent“ bedeutet „Ankunft“ und weist auf den von Gott verheißenen Heiland hin. Nach christlicher Auffassung ist Jesus der erwartete Messias. Die Adventszeit vor Weihnachten soll dazu genutzt werden, sich auf das Kommen Jesu vorzubereiten, sich seiner Botschaft zu öffnen. Jeder der vier Adventssonntage steht unter einem besonderen Thema: „Der kommende Herr“, „Der kommende Erlöser“, „Der Vorläufer des Herrn“ (gemeint ist Johannes der Täufer), „Die nahende Freude“.

Mit dem Advent beginnt das neue Kirchenjahr. Der erste Adventssonntag ist der vierte Sonntag vor dem 25. Dezember, er liegt also zwischen dem 27. November und dem 3. Dezember. Wenn der 24. Dezember auf einen Sonntag fällt, ist er der 4. Adventssonntag. Die Adventszeit endet am Heiligen Abend.

Die Adventssonntage im Kirchenjahr haben jeweils einen besonderen Charakter: Der erste Adventssonntag erinnert an den Einzug Jesu in Jerusalem. Der zweite Adventssonntag hat die erhoffte Wiederkunft des Herrn zum Thema. Der dritte Adventssonntag erinnert an Johannes den Täufer als Vorläufer Jesu Christi. Im Zentrum des Gottesdienstes am vierten Adventssonntag steht der Lobgesang der Maria.

Adventskalender

tl_files/Rekum/bilder/wissenswertes/11_27_adventkalender_haus.jpgZurückgehend auf verschiedene im 19. Jahrhundert entstandene Bräuche des Abzählens der Tage bis zum Weihnachtsfest aus dem evangelischen Umfeld, entstanden zunächst in Deutschland seit Beginn des 20. Jahrhunderts, insbesondere für Kinder, Adventskalender verschiedenster Ausprägung. Seit 1920 mit zu öffnenden Türen. Sie haben meist 24 Türen, von denen vom 1. bis zum 24. Dezember jeweils eine geöffnet wird („Dezember-Kalender“ im Unterschied zu den Adventskalendern, die jeweils am 1. Advent begannen).

Adventskranz

tl_files/Rekum/bilder/wissenswertes/11_27_adventskranz_wichern.jpgDer Adventskranz weist mit seinen vier Kerzen auf das Licht hin, das Christus in die Welt gebracht hat. 1839 ließ der evangelische Theologe Johann Hinrich Wichern (1808–1881) im Betsaal des „Rauhen Hauses“ in Hamburg zum ersten Mal einen hölzernen Leuchter mit 23 Kerzen aufhängen – 19 kleine rote für die Werktage bis Weihnachten, vier dicke weiße für die Sonntage.

Lichterbögen

tl_files/Rekum/bilder/wissenswertes/11_27_advent_lichterbogen.jpgAls Relikt erzgebirgischer Bergarbeitertradition findet sich während der Advents- und Weihnachtszeit ab Einbruch der Dunkelheit in vielen Fenster ein, mit elektrischen Kerzen beleuchteter Schwibbogen. In der dunklen Jahreszeit brachte er die Sehnsucht der Bergleute nach dem Sonnenlicht zum Ausdruck, die während der Wintermonate noch bei Dunkelheit in den Stollen einrückten und erst nachts wieder auf dem Heimweg waren. Jedes Licht stellte ursprünglich eine aus dem Berg zurückgebrachte Grubenlaterne dar. Ein „vollständiger“ Lichtbogen am Haus bedeutet, dass alle Arbeiter dieses Hauses wohlbehalten aus der Grube zurückgekommen sind.

Quelle:
EKD - Evangelische Kirche in Deutschland und
Bremische Evangelische Kirche