Ostern - Bräuche

Osterhase
Schokohasen, Plüschhasen, Osterhasen-Dekorationen – der Hase ist das Ostersymbol schlechthin. Allenthalben zeigt er an, dass das Osterfest nicht mehr weit ist. Er bringt und versteckt dem Volksglauben zufolge die Ostereier.

Der Hase hat daneben auch eine christliche Bedeutung. Er findet sich als Motiv auf Mosaiken, Gräbern und Tonlampen aus der Zeit der frühen Christen. In Byzanz, einer Wiege der christlichen Kirche, war der Hase das Tiersymbol für Jesus Christus. Er hat keine Augenlider und schläft mit offenen Augen. Damit ist er mit Jesus vergleichbar, der auch nicht durch den Tod entschlafen ist. In der frühen Christenheit sah man im Hasen aber auch das Sinnbild für den schwachen und ängstlichen Menschen, der gejagt wird und sich vor seinen Verfolgern in den Felsen, zu Christus und der Kirche, flüchtet.

Die christliche Deutung vermischt sich mit der nichtchristlichen, der zufolge der Hase ein Fruchtbarkeitszeichen ist. Der griechischen Liebesgöttin Aphrodite und der germanischen Frühlings- und Fruchtbarkeitsgöttin Ostara ist der Hase als heiliges Tier zugeordnet. Das Osterfest wird am ersten Sonntag des Frühlingsvollmondes gefeiert und der Hase gilt als “Mondtier”.

Der Osterhase als Eierbringer ist vor über 300 Jahren im Elsass, in der Pfalz und am Oberrhein entstanden. Die Legende, dass er die Eier ablegt, hat ihre Wurzel im Verhalten des Hasen, der im Frühjahr zur Futtersuche in Dörfer und Gärten kommt. Einerseits wird der Hase in Verbindung mit dem Erwachen der Natur gebracht. Andererseits hilft er dem Erklärungsnotstand der Erwachsenen gegenüber den Kindern ab: Der flinke Hase ist überzeugender als die langsamen Hennen, die die Eier nicht bemalt und versteckt haben können.

Ostereier
Im christlichen Verständnis ist das Ei ein Sinnbild des Lebens und der Schöpfung. Außerdem steht es für die Auferstehung Jesu von den Toten. Das Osterei hat eine lange Geschichte, die bis in die vorchristliche Zeit zurückreicht. Das Ei ist die Lebensquelle an sich und ist Symbol für die Entstehung des Lebendigen. Die Kirche passte sich dem alten Glauben an die Wunderkraft des Eis an, wenn sie sich zur Osterzeit das Ei zur Weihe bringen ließ, es segnete und ihm dadurch Kraft und Fruchtbarkeit verlieh. Die christlich-kirchliche Eierweihe ist schon im 4. Jahrhundert nachzuweisen. In dieser Zeit wurden Eier auch schon bunt bemalt, wie Funde aus der Gegend von Worms zeigen.

tl_files/Rekum/bilder/wissenswertes/Ostereier_2.jpgOstereier zu verschenken ist seit dem 17. Jahrhundert Brauch. Wer ausgeblasene Eier verschenkte, zeigte damit Wohlstand oder wünschte dem Beschenkten Reichtum. Dass Menschen Eier verstecken und nachher suchen lassen, ist dem Verhalten der Hühner entnommen. Sie legen ihre Eier oft auch an versteckten Stellen. Vor Ostern liegt im Kirchenjahres-Kalender eine vierzigtägige Fastenzeit, in der früher keine Eier gegessen werden durften. Um die zwischenzeitlich anfallenden Eier nicht verderben zu lassen, musste man sie haltbar machen. Sie wurden in Wasser gelegt und gekocht. Mit Pflanzenteilen zusammen gekocht färbten unsere Vorfahren die Eier. Heute gibt es dafür eine ganze Palette von künstlichen und natürlichen Färbemitteln für farbenfrohe Ostereier. Die Farbe diente ursprünglich dazu, die gekochten von den rohen Eiern unterscheiden zu können.

Quelle: EKD und
Bremische Evangelische Kirche