Abendmusik zum Gründonnerstag 2014

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Abendmusik zum Gründonnerstag am 17.04.2014 in der Rekumer Kirche
Bevor des Tages Licht vergeht...

"Mit diesem Abend hat für mich die Osterzeit tatsächlich begonnen. Wo vor einer Stunde noch Alltag war, ist jetzt ein Gefühl von feierlichem Beginn einer besonderen Zeit", faßt eine Zuhörerin das gerade erlebte zusammen. Der Kammerchor der evangelisch-reformierten Gemeinden Neuenkirchen und Rekum unter der Leitung von Hauke Scholten hatte zu einer besinnlichen Abendmusik eingeladen.

Hartmut Cassens aus der Reihe der Sänger las dazu Texte, die an das Gründonnerstagsgeschehen damals erinnerten. Es ging um Verleugnung, um den großen Schmerzensmann, an dem der Kelch nicht vorübergehen würde, um Vergänglichkeit und die Vergeblichkeit allen Tuns, aber auch um den guten Hirten, der sein Leben für die Schafe lässt und letztlich um die Verantwortung, die wir füreinander tragen und dass niemand ungetröstet leben muss.

Zu diesen Worten gesellten sich Chorkompositionen aus verschiedenen Epochen. Der Titel der Veranstaltung „Bevor des Tages Licht vergeht...“ fand sich einmal als Hymnus aus dem 5./6. Jahrhundert und einmal kurz vor Schluß in einer modernen Fassung von Thomas Gabriel, hier nun in einer besonderen Verbindung des lateinischen „Te lucis ante terminum“ mit dem wunderbaren Gedicht „Müde bin ich, geh' zur Ruh'“.

Zu hören waren ebenfalls unter anderem die Kanons „Wie schön ist's, Gott zu loben“ und „Vanitas vanitatum“ von den reformierten Renaissancekomponisten Jan Pieterszoon Sweelinck und Claude Le Jeune sowie von Jaques Berthier der Kanon „Per Crucem“. Egal, ob 4,5 oder 6-stimmig, durch unterschiedlichste Stimmaufteilungen konnte der Kammerchor die Schönheit dieser Kanons im wahrsten Sinne des Wortes heraussingen.

Hauke Scholten begleitete den Chor am Klavier und intonierte eine Fantasia in d von Abraham van den Kerckhoven an der Orgel mit besonderer Soloregistrierung. Kerckhoven war beeinflußt von der großen Figurationskunst Jan Pieterszoon Sweelincks, von dem auch ein Improvisationswerk über den alten Choral „Vater unser im Himmelreich“ erklang.

Ein weiteres, eher meditatives „Vater unser“ in einer Fassung von Frank Martin aus dem 20. Jahrhundert wurde von Jan Wiechmann gefühlvoll interpretiert gesungen.

Bach- Choräle, wie „Herzliebster Jesu, was hast Du verbrochen“ und „Nun sich der Tag geendet hat“ oder die lateinischen Gesänge „Ave verum Corpus“ von Edward Elgar und ein „Ave Maria“ von Aemilian Rosengart machten die ganze Bandbreite des Kammerchorrepertoires deutlich. Sensibel und höchst musikalisch wanderte dieser Chor durch die Jahrhunderte der Kirchenmusik.

Mit dem Psalmvers „Der Herr erscheint in seiner Herrlichkeit“, vertont von Uli Führe, der verschiedenste musikalische Einflüsse in dieser Komposition verbindet, endete diese großartige Veranstaltung.

Die Zuhörer ließen es sich nicht nehmen, zu applaudieren und um eine Zugabe zu bitten. Hauke Scholten bedankte sich ganz besonders bei ihnen, denn sie schenken die Atmosphäre und die klang dieses Mal noch lange nach. Er betonte auch die große Freude über die so zahlreich erschienenen Menschen, die ihn, wie auch schon beim Weihnachtskonzert, freudig überrascht hatten. „Darin sehe ich, wie wichtig es ist, diese Tradition der Einstimmung in die Festtage fortzuführen.“

Glücken wird dies mit Hilfe des kirchenmusikalischen Fördervereines „musica sacra“ dessen Spendenbox eifrig mit Münzen und erstaunlich vielen Scheinen gefüllt wurde.

Der musikalische Abend endete mit dem letzten Lichtschein des Tages und die Besucher traten, noch ganz erfüllt, in die dunkelblaue Nacht hinaus.

 C.Rose

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