Volkstrauertag 2014

 

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Auszüge aus der Ansprache von Pastor Akkermann am Volkstrauertag 2014 in Rekum

Wie in jedem Jahr, so denken wir auch heute am „Volkstrauertag  an die Opfer von Krieg und Gewalt.
In diesem Jahr 2014 hat der Volkstrauertag durch die Gedenktage  dieses Jahres einen besonderen Charakter:  Vor 100 Jahre begann der Erste Weltkrieg, vor 75 Jahre begann der Zweite Weltkrieges,  und vor 25 Jahre fiel die Mauer in Berlin. Diese Gedenktage geben dem Volkstrauertag in diesem Jahr eine besondere Prägung.
Der 1. Weltkrieg – mit dem alles anfing - war der erste moderne Krieg. Die Technik des Tötens wurde im Lauf des 1. Weltkrieges immer perfekter und perfider.
Die Welt ist in diesen 1. Weltkrieg hineingeschlittert, wenn man dem Historiker Christopher Clark Glauben schenkt. Die „Schlafwandler“ heißt sein Buch über den 1. Weltkrieg. Die Politiker sind in diesen Krieg hineingeschlittert, weil sie unaufmerksam waren und die Zeichen der Zeit nicht erkannt haben – vielleicht auch, weil sich damals niemand die Schrecken eines modernen Krieges so richtig vorstellen konnte. (…)
So können schreckliche Dinge in der Welt passieren, wenn man nicht aufmerksam ist. Wenn man die Zeichen der Zeit nicht erkennt. (…)
Jetzt herrscht Friede - so haben wir jedenfalls gedacht bis zu diesem Jahr. Jetzt sind wir da nicht mehr sicher wie uns die Ukrainekrise zeigt. Es herrscht nämlich großes Misstrauen zwischen unseren europäischen Ländern und Russland.  Alte Vorurteile und Wunden brechen wieder auf.
Heute verstehen wir, dass Frieden und Versöhnung zwischen den Völkern nicht selbstverständlich sind. Das haben uns die vergangenen Monate deutlich vor Augen geführt. Wir begreifen, wie wichtig es ist, dass Menschen sich näher kennenlernen über Ländergrenzen und Kulturgrenzen hinweg.
Wir in Rekum haben in den letzten Wochen diese Erfahrung gemacht. Groß war die Empörung und die Angst als uns mitgeteilt wurde, dass minderjährige straffällige Jugendliche in das Haus Rekumer Straße 12 einziehen. Die Empörung und Angst hat sich gelegt bei all denen, die diesen Jugendlichen im Haus Rekumer Straße 12 besucht haben; die sie persönlich kennengelernt haben.
Daran merken wir wieder einmal, wie wichtig es ist, dass Menschen miteinander reden und nicht übereinander.
Das ist die Herausforderung die uns wohl unser Leben lang begleiten wird, damit wir in Frieden mit den Nachbarn und den Völkern leben können: Wir müssen uns besser kennenlernen. Dann haben Hass und Gewalt keine Chance.
 

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